Montag, 24. September 2018
Notruf: 112

Löschen bei 18 Grad unter Null



Außergewöhnlicher Brandeinsatz forderte die Feuerwehren in Bullach

Ein komplizierter Brandeinsatz forderte die Feuerwehren aus Bullach, Neunhof, Lauf, Herpersdorf und Eschenau am späten Freitagabend. In Bullach hatte das Abluftrohr eines Kachelofens das Fachwerkgebälk eines Mehrfamilienhauses in Brand gesetzt.


„Der Einsatz in der kältesten Nacht des Jahres war für uns eine besondere Herausforderung“, resümiert der Bullacher Kommandant Martin Maul am Samstagnachmittag. Minus 18 Grad Außentemperatur waren nicht nur eine große Belastung für die Einsatzkräfte, die die ganze Nacht über vor Ort waren, sondern setzten auch den Gerätschaften der Feuerwehr erheblich zu. „Rutschgefahren durch Schnee und Eis kennen wir von anderen Einätzen“, berichtet Maul, „dass wir aber erst das Eis von den Hydrantendeckeln schlagen müssen und das Löschwasser in kürzester Zeit in den Schläuchen und Pumpen gefriert, war für uns eine neue Erfahrung.“

Schwierig war es auch, die Brandstelle im Objekt überhaupt zu finden. Die Bewohner hatten die Feuerwehr gerufen, weil diese einen auffälligen Rauchgeruch im Badezimmer wahrgenommen hatten und vermuteten den Kamin als Ursache. Der hinzugerufene Schornsteinfegermeister Klaus Elm konnte diesen jedoch nicht bestätigen. So ging die Suche nach der Ursache weiter, mit dem bloßen Auge war zu diesem Zeitpunkt weder Rauch noch Feuer zu erkennen.

Eine sehr hohe und potenziell tödliche Konzentration von Kohlenmonoxid im Gebäude (1500 PPM = parts per million), deutete auf einen Schwelbrand - also eine unvollständig stattfindende Verbrennung - hin. Die Wärmebildkamera lieferte dann den entscheidenden Hinweis. Eine Wand in der Küche hatte sich auf 600 Grad Celsius erhitzt. Umgehend wurde diese unter schwerem Atemschutz geöffnet, woraufhin den Einsatzkräften Flammen und dichter Rauch aus dem Mauerwerk entgegenschlug. Vermutlich hatte das heiße Abluftrohr mehrere stattliche Balken das Fachwerkhauses in Brand gesetzt. Mit der Kettensäge und dem Schlagbohrhammer wurden diese gezielt entfernt und abgelöscht.

Um die Standsicherheit des Wohnhauses aufgrund der nun fehlenden Balken zu beurteilen, kam der neu geschaffene Baufachberater des Technischen Hilfswerks in Lauf zu seinem ersten Einsatz. Er empfahl eine provisorische Abstützung der betroffenen beiden Wände, die durch die Feuerwehr Bullach errichtet wurde. Am frühen Samstagmorgen waren dann alle Arbeiten durch die Feuerwehren erledigt, lediglich zwei Kontrollen mit der Wärmebildkamera fanden bis zum Nachmittag noch statt.

Neben dem Regelrettungsdienst war, aufgrund der langen Einsatzdauer, auch die BRK-Bereitschaft aus Lauf vor Ort. Um die Verpflegung der Einsatzkräfte brauchten sie sich aber nicht zu sorgen, das übernahm die betroffene Familie in Eigenregie. Kurzerhand wurde der ehemalige Stall auf der anderen Straßenseite beheizt und die Einsatzkräfte mit heißen Getränken und süßen Leckereien versorgt. "Der Zusammenhalt auf dem Dorf ist eben doch ein anderer, als in wir ihn aus dem Stadtgebiet kennen", spricht die Laufer Feuerwehr den Bullachern ein Sonderlob aus. Selbstverständlich ist auch, dass die betroffene Familie in der Nachbarschaft eine vorübergehende Bleibe gefunden hat. Das Haus ist bis auf weiteres unbewohnbar, der Schaden dürfte nach vorsichtiger Schätzung im hohen fünfstelligen Bereich liegen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

 


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