Mittwoch, 21. Februar 2018
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Eine „Unfallwehr“, die auch mal Feuer löscht


Jahresbilanz der Laufer Feuerwehr — 290 Einsätze ohne größeren Brand im gesamten Kalenderjahr 2016

Zu etwas weniger Einsätzen als im Vorjahr musste die Laufer Feuerwehr 2016 ausrücken. Statt größerer Brände forderten viele Verkehrsunfälle sowie die schwierige Rettung einer Kuh und eines Pferdes die Ehrenamtlichen.


Insgesamt sei es ein arbeitsintensives Jahr gewesen, so der federführende Kommandant Oliver Heinecke. „In den vergangenen zwölf Monaten gab es gefühlt keine Woche, in der nicht irgendeine Ausbildung bei uns am Standort lief“, so Heinecke. Dafür war die Zahl der Einsätze etwas rückläufig: 290 Mal mussten die Ehrenamtlichen 2016 ausrücken, ein Jahr zuvor waren es noch 314. 2014 war die Hilfe der Laufer Feuerwehr 282 Mal gefragt. Ungewöhnlich ist laut Angaben der Feuerwehr, dass die Statistik für das abgelaufene Jahr nicht  ein einziges größeres Brandereignis aufweist. Dafür gab es insgesamt 73 kleinere und größere Feuermeldungen.


Ganz anders sieht die Entwicklung im Bereich der technischen Hilfeleistungen aus. „Hier hatten wir in den vergangenen zwölf eine ganze Reihe von anspruchsvollen Einsatzlagen zu bewältigen“, bilanziert Kommandant Heinecke. Die Zahl der Personenrettungen nach schweren Verkehrsunfällen hat nach mehreren rückläufigen Jahren wieder sprunghaft zugenommen. Insgesamt hat die Wehr 56 Menschen aus Zwangslagen aller Art befreit, für neun weitere kam jede Hilfe zu spät. 2016 waren es auch immer wieder Tiere, die einen Einsatz der Feuerwehr erforderten. Besonders in Erinnerung sind dem Kommandanten dabei zwei schwierige Rettungsaktionen im Frühling, im April für ein gestürztes Pferd in Diepersdorf und im Mai für eine Milchkuh aus einer Güllegrube in Breitenlohe im Landkreis Roth-Hilpoltstein. Beide Einsätze mit dem Rettungsgeschirr für Großtiere endeten tragisch. Das Pferd war schwer verletzt und musste eingeschläfert werden. Auch die Kuh überlebte den Tag nicht.

 
Auch an einem anderen außergewöhnlichen Einsatz war die Laufer Wehr beteiligt: Als im Juli ein Laufer seinen Selbstmord ankündigte und an seiner Wohnungstür in der Wodanstraße verdächtig aussehende Drähte gefunden wurden, wurde wegen Bombenalarm das Mehrfamilienhaus evakuiert und das SEK gerufen. Mittels einer Drehleiter der Laufer Feuerwehr drangen die Einsatzkräfte über ein Fenster in die Wohnung im vierten Stock ein. Der Mann war bereits tot, eine Bombe gab es nicht.

 
Zugenommen haben auch die Anforderungen zu Unfällen mit chemischen Gefahrstoffen, beispielsweise die Chlorgasaustritte aus Schwimmbädern in Hüttenbach und im Rückersdorfer Blindeninstitut, sowie ein in einen Unfall verwickelter Stückgutlaster auf der Autobahn bei Lauf. Sehr präsent sind Heinecke noch die schweren Arbeitsunfälle eines Waldarbeiters bei Kaltenhof und eines Ladekranführers am Rückersdorfer Bahnhof. „In diesen Momenten, wo es wirklich um Sekunden geht, sieht man immer erst, wofür wir jeden Donnerstagabend üben“, sagt der Kommandant.
 

Beim Blick zurück auf das Jahr 2016 darf natürlich das Thema „New York“ nicht fehlen. Die Auszeichnung mit dem Conrad-Dietrich-Magirus-Preis, dem sogenannten Feuerwehr-Oscar, und der siebentägige Trip in die Weltmetropole werden viele ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer in bleibender Erinnerung behalten. Am 27. Januar sind sie zur großen Gala bei Magirus in Ulm eingeladen und dürfen über ihre Erlebnisse in New York berichten.
 

Es gilt aber auch, den Blick nach vorne zu richten, denn für die Laufer Feuerwehren stehen im neuen Jahr große Veränderungen an. Die Tauchersreuther Feuerwehr ist mittlerweile Geschichte. Ein Ingenieurbüro hat eine umfangreiche Bestandsaufnahme bei den anderen zwölf Freiwilligen Wehren der Kreisstadt durchgeführt, woraus ein detaillierter Bedarfsplan entstanden ist, der alle notwendigen Investitionen bis ins Jahr 2020 auflistet. Der städtische Haushalt 2017 sieht, neben kleineren Baumaßnahmen, drei neue Einsatzfahrzeuge vor: Das mittlerweile 34 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug in Simonshofen soll durch ein zeitgemäßes Nachfolgemodell mit Wassertank und Atemschutzausstattung ersetzt werden. Der Stützpunkt erhält Ersatz für das Tanklöschfahrzeug, das seit 30 Jahren seinen Dienst in der Stadt verrichtet. Als dringende Empfehlung aus dem Gutachten soll noch ein zusätzliches Löschfahrzeug angeschafft werden, das als Ersatz bei Werkstattaufenthalten und für Sicherheitswachen bereitsteht. Gesucht wird jetzt ein wendiges und kompaktes Fahrzeug, das auch durch alle verwinkelten Gassen der Laufer Altstadt passt.
 

Veränderung wird es auch in den Reihen der Führung der Laufer Feuerwehr geben. Ende Januar wählen die Aktiven einen neuen stellvertretenden Kommandanten, nachdem Amtsinhaber Volker Schmidt diesen Posten nicht weiter ausführen wird. Besonders freuen dürfen sich im November die Jubilare aus allen Ortsteilen samt ihren Partnern. Als Zeichen der Wertschätzung des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes wird der Ehrungsabend der Stadt erstmals im Wappensaal des Wenzelschlosses stattfinden – eine gemeinsame Idee von Kommandant Heinecke und Bürgermeister Benedikt Bisping, für die die Schlösserverwaltung bereits grünes Licht gegeben hat.


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