Montag, 24. September 2018
Notruf: 112

Die Geschichte der Feuerwehr Lauf

Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg

Bei Kriegsende wurde das Feuerwehrhaus geplündert und das einzige Feuerwehrfahrzeug von französischen Zwangsarbeitern gestohlen, die damit in die Heimat zurückkehrten. Nach dem Krieg blieb eine KS 25 der Luftwaffen- Einheit nach deren Abzug einfach auf der Urlashöhe zurück, und in den Wirren der Nachkriegszeit fühlte sich keiner mehr für das Fahrzeug verantwortlich. Die durch die oben genannten Umstände um ihr Feuerwehrfahrzeug gebrachten Laufer Feuerwehrleute übernahmen das Fahrzeug in ihren Besitz und lackierten es rot. Das Fahrzeug war lange Zeit im größeren Umkreis das einzige Fahrzeug und war deshalb auch oft in den umliegenden Gemeinden im Einsatz. Es wurde 1942 bei Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm gebaut, hat einen 125 PS Dieselmotor von KHD, wiegt 11 Tonnen und hat eine Pumpenleistung 2500 Liter pro Minute. Außerdem besaß das Fahrzeug einen Löschwassertank mit 800 l Inhalt.

Die Anzahl der Feuerwehrdienstleistenden stieg um 1946/ 47 wieder an, da viele Kameraden aus der Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurückkehrten. Die Feuerwehr war aber in den Wirren der Nachkriegszeit meist auf sich allein gestellt, da die Stadtverwaltung nur in sehr geringem Ausmaß Unterstützung leisten konnte.
Die amerikanische Militärregierung verfügte in ihrem ersten Mitteilungsblatt, daß Feuerwehrgeräte rot zu streichen seien und die örtlichen Feuerwehren in Absprache mit dem amerikanischen Sicherheitsoffizier sofort Übungen durchführen sollten.
Da das Tragen deutscher militärischer Uniformen verboten war, mußten die Feuerwehrleute rote Armbinden mit der Aufschrift „Fire Dep.“ als Abkürzung für Fire Departement tragen. Die meist nicht Englisch sprechende Bevölkerung assoziierte die Abkürzung des Wortes Department freilich bald mit einem bekannten fränkischen Schimpfwort. Nach Bericht des Kameraden Mühling kam es auch vor, daß Feuerwehrleute wegen der Uniform von der amerikanischen Militärpolizei verhaftet wurden. Dennoch dominierte weiterhin wie überall das Chaos und die Unsicherheit.

Im Jahre 1948 war es der Stadtverwaltung wieder möglich sich für die Feuerwehr einzusetzen und so wurde von der Stadt ein kleines, gebrauchtes Löschfahrzeug von Mercedes und eine Motorspritze beschafft.

Im Jahr 1950 trat Kommandant Dümmler von seinem Amt zurück und als Nachfolger wurde der bisherige Adjutant Michael Mayer auf Vorschlag Dümmlers von der Jahreshauptversammlung gewählt. Ebenso wurde von der Firma Siemens & Halske endlich eine neue Funkmelde- und Alarmanlage in Lauf installiert. 
Die Feuerwehrführung versuchte wieder, die knappen Geldmittel durch Einführung einer Feuerschutzabgabe aufzustocken, dieses Vorhaben wurde aber von Bürgermeister Bankel abgelehnt. Die Feuerwehr Lauf erhielt damals als jährlichen Zuschuß von der Stadtverwaltung 5000 DM. Das dringende Problem des Neubaus eines Feuerwehrhauses wurde seitens der Feuerwehr wieder zur Sprache gebracht. Der Bürgermeister verwies aber auf die finanziellen Probleme durch die Währungsreform und darauf, daß ein geeigneter Platz fehle.
Am 8. Juli verabschiedete die außerordentliche Mitgliederversammlung eine neue Satzung. Hier griff man bis auf wenige Änderungen auf eine vom Bayerischen Landesamt für Feuerschutz herausgegebene Mustersatzung zurück. 
Aus Mangel an Kraftfahrern, wurde vom Verwaltungsausschuß beschlossen, daß zwei Kameraden eine Zusatzprüfung Klasse 2 (für das LF 25 nötig) und ein Kamerad einen Fahrerkurs absolvieren sollten. Im Herbst wurde auf einer Auktion in München ein altes Dodge-Militärfahrzeug zum Preis von 1200 DM von der Feuerwehr erworben.

Am 11.07.1952 hatte die Feuerwehr Lauf ein Großfeuer zu bekämpfen, daß einen Schaden von 200- 300 000 DM anrichtete. Auch den zur Hilfe geeilten 109 Einsatzkräften der Feuerwehren aus Röthenbach, Behringersdorf, Rückersdorf, Ottensoos, Heuchling und Hersbruck sowie der Berufsfeuerwehr Nürnberg und eines amerikanischen Löschzugs aus Feucht gelang es nicht, die totale Zerstörung zweier Scheunen, einer Lackiererei, einer Werkstatt und eines Lebensmittellagers zu verhindern. Die Dachstühle der angrenzenden Gebäude, Gaststätte Haas und Firma Amler, brannten auch zur Hälfte ab. Neben den oben genannten Feuerwehren beteiligten sich auch amerikanische Studenten, die sich zu Studienzwecken in der Stadt aufhielten an den Bergungsarbeiten. Besonders beschäftigt war die FFW Lauf am Jahreswechsel. Sie mußte zu zwei Bränden ausrücken, bei denen sich die Löscharbeiten zu Beginn schwierig gestalteten, da das LF 25 aufgrund eines Motorschadens nicht einsatzfähig war.

Am 6. und 7. Juli 1953 konnte das 90jährige Bestehen zusammen mit dem Kreisfeuerwehrtag in Lauf gefeiert werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde eine Schauübung durchgeführt und ein Festzug zum Festplatz am Schießhaus rundete die Feierlichkeiten ab.
Am 28.10.53 wurde nach einer Überprüfung das LF 25 endlich zur Reparatur gebracht. Am Ende des Jahres verzeichnete die Feuerwehr Lauf insgesamt 8 Einsätze.
Im nächsten Jahr konnte endlich mit dem Umzug in die neue, lange versprochene Gerätehalle begonnen werden. Auf dem von der Stadt erworbenen Gelände der ehemaligen Korksteinfabrik Mahla in der Glockengießerstraße war der erste Bauabschnitt einer Feuerwache mit vier Fahrzeugstellplätzen, einer Schlauchwaschanlage mit Trockenturm, einer Werkstatt und zwei Wohnungen für den Zeugwart und einen Fahrer fertiggestellt worden. Die Schlauchwaschanlage und der Trockenturm wurden aber erst im zweiten Bauabschnitt, der 1955 begonnen wurde, errichtet.
Problematisch war jedoch die Situation bei den Fahrzeugen, da Anfang des Jahres 1955 nur der Mercedes mit einem Schlauchanhänger zu gebrauchen war. Deshalb trat man über die Neuanschaffung eines Fahrzeugs mit der Stadt in Verhandlungen. Im Jahr 1956 änderte sich die Situation wenig, da jetzt zwar das LF 25 mit einem neuen Motor wieder einsatzfähig war, aber nun der Mercedes einen Motorschaden hatte. Im Jahr darauf konnte man endlich die Fahrzeugmisere durch die Anschaffung eines TLF 16/25 von Mercedes Benz/Metz beheben, das am 7. April übergeben wurde. Am 8. Dezember konnte das nun fertiggestellte Gerätehaus von Bürgermeister Bankel im Rahmen einer Feier offiziell eingeweiht werden.

Bei der Verwaltungssitzung am 25.10. diskutierte man lebhaft, ob man den Mercedes wiederherstellen oder einen Volksbus anschaffen soll. Man entschied sich für die Instandsetzung des Mercedes, doch dies wurde wegen der weiteren Reparaturanfälligkeit des Fahrzeugs von der Stadt nicht bewilligt. Auch eine Neuanschaffung wurde abgelehnt, da man kurz zuvor erst das TLF für 50 000 DM angekauft hatte.

Im Januar 1959 nahmen neben den Kommandanten aller Stützpunktfeuerwehren auch die Laufer Kommandanten an einem Lehrgang für Flugzeugunglücke am Flughafen Nürnberg teil. Immer öfter wurde die Wehr in diesen Jahren auch zu Fahrzeugbränden auf die Autobahn alarmiert, wo sich das TLF wegen des größeren Tanks bestens bewährte. 1960 begann die Feuerwehrführung sich um die Nachwuchswerbung Gedanken zu machen und versuchte Jugendliche ab 16 Jahren an der Berufsschule für die Feuerwehr anzuwerben. Auch die Einsatzzahlen stiegen kontinuierlich an, das Jahr über mußte man elf mal ausrücken, davon sechs mal außerhalb des Stadtgebiets. 

Das nächste Jahr brachte eine weitere Verbesserung der Ausrüstung mit sich. Zuerst wurde von der Stadt wegen der zunehmenden Verkehrsunfälle ein Greifzug zur technischen Hilfeleistung beschafft. Ein weiteres Löschfahrzeug LF 8 auf Mercedes/ Metz, zwei Preßluftatmer und ein Pulverlöschanhänger P250 mit 250 kg Pulver von Minimax, hauptsächlich für Fahrzeugbrände, wurden ebenfalls vom Stadtrat genehmigt. Die Einsatzzahl steigerte sich auf 16 Einsätze, von denen ein Großteil Fahrzeugbrände waren.

Im Jahr des Hundertjährigen Jubiläums sollte das schon längere Zeit bestehende Problem der Alarmierung gelöst werden und man ließ sich eine neue Alarmanlage vorführen. An die alte Anlage waren viele Kameraden nicht angeschlossen und die Alarmierung während der Arbeitszeit gestaltete sich auch äußerst schwierig, da die Polizei zuerst die Betriebe verständigen mußte, die ihrerseits ihren Arbeitern Bescheid geben mußten. 
Vom 23. bis 30. Juni beging man mit vielen Gästen das 100jährige Jubiläum auf dem Festplatz an der Heldenwiese und die Fahrzeugübergabe des neuen LF 8. Die Mitglieder führten eine historische Übung auf dem Marktplatz durch und im Vergleich dazu demonstrierten sie den Einsatz des modernen Gerätes am Schulhaus Nürnberger Straße. Abgeschloßen wurden die Festlichkeiten mit einem Festzug durch die Altstadt.

Drucken E-Mail


Werde aktives Mitglied

Sie wollen aktiv Dienst für ihre Mitmenschen leisten und spannende, anspruchsvolle Aufgaben in ihrer Gemeinde übernehmen? Sie sind handwerklich begabt oder besitzen Führungsqualitäten? Dann informieren sie sich hier über ihre Möglichkeiten aktiv bei der Feuerwehr Lauf Dienst am Nächsten zu Leisten!

Aktives Mitglied werden

Werde förderndes Mitglied

Der Feuerwehrverein fördert die Arbeit der Feuerwehr Lauf durch finanzielle Mittel und vor allem durch die Jugendarbeit. Unterstützen sie uns bei unseren wichtigen Aufgaben für die Gemeinde mit ihrem Mitgliedsbeitrag und werden sie Teil einer starken Gemeinschaft!

Förderndes Mitglied werden