Montag, 24. September 2018
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Die Geschichte der Feuerwehr Lauf

Die Entwicklung der Laufer Feuerwehr nach dem 1. Weltkrieg

Im dritten Jahr nach Kriegsende führte die Stadtverwaltung Prämien für 15, 25 und 40 Jahre Dienstzeit ein. Auch kam die Feuerwehr an wieder auf das leidige Thema der Alarmierung zurück. Man holte von der Firma Siemens & Halske AG einen Kostenvoranschlag ein, der eine Weckerlinie in die Wohnhäuser der Feuerwehrleute beinhaltete, sowie eine Feuermeldeanlage mit 17 Feuermeldern. Die Kosten hierfür hätten sich auf 164 314 Mark belaufen. Die Spende der Familie Barth zu diesem Zweck war aber mittlerweile durch die Inflation nahezu wertlos geworden.

Das weiterhin starke Expandieren der Stadt machte immer neuere Feuerwehrgeräte erforderlich, die aber durch die schlechte finanzielle Lage der Stadt Lauf in dieser Krisenzeit nicht angeschafft werden konnten. Aus diesem Grunde wurde auch die Einrichtung der Feuermeldeanlage erst einmal verschoben.
Doch gerade wegen dieser Entwicklung war auch die Anschaffung einer modernen, leistungsfähigen Motorspritze unabdingbar geworden. Bereits im Jahre 1919 begann der Kommandant Erkundigungen über automobile Motorspritzen einzuziehen. Im März 1920 besuchte eine Abordnung der Laufer Feuerwehr das Werk der Firma C. D. Magirus in Ulm und entschloß sich wegen des schnellen Preisverfalls möglichst schnell zu handeln. Die Finanzierung der Benzinmotorspritze mit einer Leistung von 800 Litern in der Minute und einem abprotzbaren Schlauchwagen konnte von der Stadt jedoch nicht gesichert werden. 

In der Sylvesternacht 1921 brannte es in der Bankelschen Ofenfabrik im linken Ortsteil, wobei ein Gebäude total zerstört wurde. Der Feuerwehrkommandant beklagte nach dem Brand die mangelhafte Ausrüstung der Feuerwehr und setzte beim Stadtrat die Schaffung einer Feuerlöschkommission durch, die aus zwei Stadträten und dem Stadtbaumeister bestand.
Daraufhin erklärten sich die Industrie- und Handwerksbetriebe auf Drängen der Feuerwehr bereit, den Ankauf einer Motorspritze finanziell zu unterstützen. Allerdings verlangten sie von der Stadtverwaltung die Zusage, daß die Stadt die Wasserversorgung und vor allem den Druck in den Leitungen im linken Stadtteil verbessern würde. Der Neunkirchner Unternehmer Robert Buchner erklärte sich schließlich bereit, die Kosten für die Spritze der Stadt vorzustrecken, wenn diese auch außerhalb des Laufer Stadtgebiets zum Einsatz käme. 

Die Spritze wurde im Frühjahr 1922 bei der Firma Magirus bestellt, aber die Auslieferung verzögerte sich wegen eines Metallarbeiterstreiks in ganz Süddeutschland. Da es durch die Inflation zu enormen Lohn- und Preissteigerungen kam, sah man sich bei Magirus wegen der „ungeheuren wirtschaftlichen Umwälzungen“ gezwungen, eine Nachforderung zu stellen, woraufhin sich auch der Anteil der Unternehmen an den Kosten erhöhte.
Im Juli 1923 fragte man auch noch einmal bei Siemens & Halske wegen der Feuermeldeanlage an, deren Preis sich zwischenzeitlich auf 294 000 000 Mark erhöht hatte. Die Firma wies aber darauf hin, daß die Preise aus den genannten Gründen nur wenige Tage Gültigkeit hätten. Auch die Lieferung der Spritze verzögerte sich noch einmal, da bei Magirus wichtige Teile wegen eines Eisenbahnerstreiks nicht geliefert wurden.
Im Jahre 1923 konnte der Feuerwehr Lauf dann doch endlich ihre vierrädrige Benzin- Motorspritze übergeben werden. Im selben Jahr erhielt die Feuerwehr Lauf mit Gustav Lichtscheidel, dem Bezirksfeuerwehrvertreter, einen neuen Kommandanten.
Um die finanzielle Situation zu verbessern, wollte Lichtscheidel 1925 eine örtliche Feuerschutzabgabe einführen, dieses Vorhaben scheiterte aber wieder an der nicht gewährten Genehmigung der Stadtverwaltung. Gustav Lichtscheidel schlug die Nutzung der durch Lauf führenden Ranna-Wasserleitung der Stadt Nürnberg vor, um den Druck im Wasserleitungsnetz zu verbessern, was ebenfalls nicht möglich war, da ein dahingehender Vertrag zwischen der Stadt Nürnberg und der Stadt Lauf nicht vorlag.

1926 plante man die Errichtung eines „automobilen Überlandlöschzugs“ für Brände im Bereich Lauf, Hersbruck und Altdorf. Die Feuerwehr drängte auf die Anschaffung einer gummibereiften, zweirädrigen Motorspritze, da sich die eisenbereifte Magirus- Spritze wegen der schlechten Straßenverhältnisse nicht an ein Auto anhängen ließ. Hier sollten die örtlichen Automobilbesitzer, wie früher die Pferdebesitzer, verpflichtet werden, ihr Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Ein Zuschußantrag an das Innenministerium wurde aber wegen fehlender Mittel abgelehnt. Die Stadt wurde im Gegenzug dazu ermächtigt, im Brandfall die Berufsfeuerwehr Nürnberg zu requirieren. 

Die Pläne hinsichtlich eines „automobilen Vorspannwagens“ für die Feuerwehr konnten nicht realisiert werden, es wurde jedoch immer das Fahrzeug der Sanitätskolonne bereitwillig zur Verfügung gestellt.
Es schien auch, als könnte das Problem der Unterbringung endlich gelöst werden. Der Mühlenbesitzer, Hofrat Dr. Barth, wollte der Stadt eine Scheune in der Altdorfer Straße 48 kostenlos zur Verfügung stellen, wenn im Gegenzug sein Mitarbeiter, Herr Scheidemantel, endlich eine seiner Familie angemessene Wohnung bekäme. Die Stadt hätte dann so lediglich die Kosten für den Umbau der Scheune zu tragen. Der Stadtrat genehmigte die Kosten, nachdem die Unterbringung eines Teils der Ausrüstung bis 1930 gesichert war. Im Jahre 1927 konnte bei einer Sammelbestellung des Innenministeriums eine Kleinmotorspritze „Lilliput“, mit einer Leistung von 400 Litern pro Minute, angeschafft werden. Im Jahre 1932 konnte nach schier endlosen Bemühungen die Alarmleitung in die Häuser der Feuerwehrleute fertiggestellt werden, da sich die Finanzsituation der Gemeinde gebessert hatte. 
Bei den anstehenden Wahlen wurde Heinrich Dümmler zum Kommandanten gewählt, Gustav Lichtscheidel blieb aber Bezirksfeuerwehrvertreter.
Im selben Jahr schuf man nach einem Erlaß des Innenministeriums ein sogenanntes Ortsfeuerschutznetz. Mit einem Zuschuß der Landesbrandversicherung wurden Handfeuerlöscher angekauft, die in bestimmten Anwesen untergebracht wurden. Mit diesen sollte dann der Brand bis zum Eitreffen der Feuerwehr bekämpft werden.
Das große Ereignis der Anschaffung des ersten Fahrzeugs kam im Jahr 1933. Endlich konnte man einen gebrauchten Mercedes Benz erwerben. Das Fahrzeug verfügte über 6 Sitzplätze, die Kleinmotorspritze „Lilliput“, 200 Meter Schläuche, 3 Steckleitern und einen Rettungsschlauch.

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