Sonntag, 18. November 2018
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Die Geschichte der Feuerwehr Lauf

Die Entwicklung der FFW Lauf von 1863 bis 1918

An Ausrüstung beschaffte die Gemeinde im Jahre 1864 eine Feuerspritze für die Spitalstiftung im Glockengießerspital und im April 1865 eine Abprotzspritze der Firma Engelhard für die Feuerwehr. Das Wasser für die Spritzen wurde aus der Pegnitz, dem oberen und unteren Sauweiher entnommen, und in Wasserkufen und Ledereimern zu den Spritzen gebracht. 
In der Folgezeit wurde noch ein Requisitenwagen sowie Helme und Gurte angeschafft. Die Uniformen mußten von den Feuerwehrleuten in den Anfangsjahren noch selbst finanziert werden.
Eine weitere Verbesserung der Ausrüstung ergab sich 1868, als die Aachener und Münchener Versicherungsgruppe der Feuerwehr eine vierrädrige Druck- Feuerspritze der Firma Josef Bedume in Aachen schenkte.

Mit dem Jahr 1869 begann nun auch die königlich bayerische Staatsregierung auf die Verbreitung des Feuerlöschwesens hin zu wirken, da sich im Königreich nur eine langsame Fortentwicklung abzeichnete. Im Landtag wurde auf Antrag des Feuerwehrgauverbandes Schweinfurt ein Gesetz verabschiedet, wonach die Beiträge zur Gebäudeversicherungsanstalt auch zur Unterstützung der Feuerwehren verwendet werden konnten. Die Beiträge sollten außerdem für diejenigen Gemeinden erhöht werden, die keine Feuerwehr besaßen. Mit diesen Geldeinnahmen sollten Gemeinden, in denen sich die Aufstellung einer Feuerwehr besonders schwierig gestaltete, unterstützt werden.

Das Jahr 1869 brachte aber auch einen der schwärzesten Tage in der Laufer Stadtgeschichte. Am 24. Juli brach im Anwesen Friedrich um 10 Uhr 45 ein Brand aus, dessen Ausbreitung die junge Laufer Wehr aufgrund der Unzulänglichkeit der vorhandenen Hilfsmittel und der Ausrüstung nicht verhindern konnte. Zusammen mit anderen Feuerwehren, konnte die Ausbreitung des Feuers dann zwar eingedämmt werden, aber fünf Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder. Zu diesem Großeinsatz war selbst die Nürnberger Feuerwehr über die noch nicht lange bestehende Bahnlinie links der Pegnitz der Laufer Wehr zur Hilfe geeilt, da ein Erlaß des Direktors der königlichen Verkehrs-anstalten bestand, der die unentgeltliche Benutzung der Eisenbahn und der Telegrafen im Brandfall regelte. 
Die Feuerwehr Nürnberg baute auf ihrem Weg vom linken Bahnhof zum Marktplatz bereits eine Schlauchleitung von der Pegnitz her auf, was manchen erstaunten Laufer zu der Bemerkung veranlaßte, daß die „Nürnberger gekommen sind und sogar ihr eigenes Wasser mitgebracht haben“.

Wie so oft brauchte es auch hier erst eine Katastrophe, um Veränderungen durchzusetzen. Nun erst begann man im Magistrat Dreykorns Drängen auf eine Vervollständigung der Ausrüstung nachzugeben. Von der Feuerwehr wurde unter den Bürgern der Stadt eine Sammlung durchgeführt, um Ausrüstungsgegenstände anzukaufen, und auch innerhalb der Feuerwehr begann man sich Gedanken über Verbesserungen und Änderungen zu machen. Der Turn- und Feuerwehrverein wurde in „Freiwillige Feuerwehr Lauf“ umbenannt und auch in den Dienstvorschriften und der Satzung wurden Veränderungen vorgenommen. Ebenso trat die frisch gegründete Freiwillige Feuerwehr der Landesunterstützungskasse bei, die den Feuerwehrleuten bei einer Verletzung während eines Brandes oder einer Krankheit wegen ihres Dienstes finanziell unter die Arme griff. Man machte sich also schon ziemlich früh Gedanken über die finanzielle Absicherung der Männer, deren Dienst mit nicht unerheblichen Gefahren verbunden war.

Um den Gefahren vorzubeugen errichtete man im Jahre 1875 einen hölzernen Übungs- turm für die Steigerabteilung, das sogenannte Steigerhaus. Die Feuerwehr vermietete das Haus auch an die Hopfenbauern, um die Kasse des Vereins aufzubessern. Es befand sich dort, wo heute die Eschenauer Straße in die Nürnberger Straße einmündet. Im Jahre 1876 trat die freiwillige Feuerwehr Lauf an der Pegnitz dem Bezirksverband der Feuerwehren bei. Die Feuerwehren begannen nun allmählich, sich auf Gau-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene zu organisieren, um ihren Forderungen mehr Geltung verschaffen zu können. Der Allgemeine Bayerische Landes- Feuerwehrverband war bereits im Jahre 1867 in Freising gegründet worden und gleichzeitig war eine „Zeitung für das Feuerlöschwesen“ ins Leben gerufen worden. 
Aus einem Fragebogen des Gauverbandes der Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks Hersbruck vom 14. Mai 1878 lassen sich genaue Rückschlüsse auf den Stand der Feuerwehr Lauf ziehen. Die aktive Mitgliederzahl belief sich auf 117 Mann, von denen 36 Mitglieder Steiger sind. Die Steiger sind mit Spezialgurten, Beil und Karabinerhaken, Leinen und Laternen ausgerüstet und verfügen über einen eigenen Steigerwagen. Außerdem sind acht Dachleitern und eine Schubleiter sowie eine Feuerleiter für die Steiger vorhanden.

Die Feuerwehr besitzt außer einer Feuerspritze mit 500 Metern Schlauch, einer Haspel und drei Schlauchbrücken noch einen Feuerwehrwagen, einen Retterwagen mit einem 60 Fuß langen Rettungssack. Dieser Rettungssack wurde von einem Fenster des Hauses zu Boden gespannt und die Bewohner konnten in diesem Sack herunter rutschen und in Sicherheit gebracht werden. Die Pflichtfeuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt 270 Mitglieder. 

In den Jahren bis zum 25jährigen Jubiläum des Corps wurde weiterhin an einer Vervollständigung der Ausrüstung gearbeitet. So beschaffte man eine mechanische Schubleiter (1884), Uniformen und im Jubiläumsjahr eine weitere Schubleiter. 

Auch die Alarmierung sollte auf einen zeitgemäßeren Stand gebracht werden. Bisher erfolgte die Alarmierung noch mit den Kirchenglocken. Im Jahre 1886 stellte die Feuerwehrführung einen Antrag beim Stadtmagistrat auf die Errichtung einer Telefon-, oder Alarmleitung und auf die Einführung einer Nachtwache in den Räumlichkeiten der Feuerwehr im Erdgeschoß des alten Rathauses. Dadurch hätte das Läuten der Glocken bei kleineren Bränden vermieden werden können, um so einer Beunruhigung der Bevölkerung vorzubeugen. Als Vorbild galt hierbei wohl die „Feuertelegraphenanlage“ der Stadt Berlin aus dem Jahr 1851, die eine der ersten ihrer Art und oftmals Vorbild für vie

le ähnliche Einrichtungen im In- und Ausland war. Konstrukteur der Anlage war die „Telegraphenbauanstalt Siemens und Halske“ in Berlin. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt, vermutlich aus Geldmangel. Auch hier hielten einmal mehr die finanziellen Verhältnisse den Fortschritt auf. Das Jubiläum selbst wurde am 22. Juli 1888 unter Beteiligung anderer Wehren der Umgebung mit einer Feier am Festplatz Kunigundenkeller begangen. 

Zum 1. Januar 1889 erweiterte man die finanzielle Absicherung der Wehrleute mit dem Beitritt zur Sterbekasse des Landesfeuerwehrverbandes, durch die die Hinterbliebenen beim Tod eines Feuerwehrmannes unterstützt werden sollten. Vervollständigt wurde die Absicherung im Jahre 1899 mit der Gründung einer Entschädigungskasse für Mitglieder, von der Feuerwehrmänner, die im Brandfall außergewöhnliche Zeit versäumten oder Nachtwachen zu halten hatten, entschädigt wurden.
Ein Meilenstein bei der Verbesserung der Löschwasserversorgung war die Errichtung einer Wasserleitung durch die Stadt Lauf in den Jahren 1892/93. Eine bakteriologische Untersuchung im Jahre 1892 hatte ergeben, daß die meisten der Brunnen kein geeignetes Trinkwasser förderten. Deshalb faßte der Magistrat den Beschluß, ein Wasserleitungsnetz zu errichten, in das über hundert Hydranten eingebaut werden sollten. Die hierbei entstandenen Kosten von 300.000 Mark wurden je zur Hälfte durch einen Staatszuschuß und einen langfristigen Kredit finanziert. Der Kredit sollte seinerseits durch einen Lokal-, Malz- und Bieraufschlag finanziert werden.

Die ständige Fortentwicklung der Stadt machte die Anschaffung immer neuer Ausrüstungsgegenstände erforderlich, wie die zweirädrige Patentbalanceleiter der Firma Braun in Nürnberg, die ihrerseits auch ein neues Domizil für die Feuerwehr notwendig machten. Trotz heftiger Gegenwehr der Wehrführung zog die Feuerwehr 1903 in eine Halle am rechten Bahnhof um. Man erklärte sich aber erst nach der Versicherung dazu bereit, daß die Unterbringung in dieser Halle nur eine vorübergehende Lösung sei.

Im darauffolgenden Jahr wurde Albrecht Dreykorn, zu der Zeit dienstältester Kommandant in Bayern, das Feuerwehrverdienstkreuz wegen seiner besonderen Verdienste um die Laufer Feuerwehr verliehen. Die Verdienste Dreykorns wurden noch einmal im Jahr 1909 gewürdigt als Dreykorn zum Bezirksvertreter des Landesfeuerwehrverbands gewählt wurde. Am 1. März 1908 wurde von der Feuerwehrführung die Einteilung des Corps in vier Kompagnien mit jeweils einem Kompagnieführer beschlossen. Nach 25jähriger Dienstzeit wurde einem Feuerwehrmann vom Stadtmagistrat das Bürgerrecht verliehen. Im Jahr 1912 wird die Dienstzeit hierfür auf 15 Jahre verkürzt.

Der technische Fortschritt machte auch, und gerade beim Feuerlöschwesen nicht halt. Man war zwar oft von neuen Techniken und Gerätschaften begeistert, die finanzielle Lage der Gemeinden schob hier oft einen Riegel vor, obwohl gerade bei der Brandbekämpfung der Einsatz modernster Technik eine entscheidende Rolle spielt. Im Dezember 1909 wurde auch von der Feuerwehr Lauf ein Stück modernster Technik angeschafft, nämlich ein sogenannter Rauchapparat der Firma König in Altona mit 15 Meter Luftzuführungsschlauch und Sprecheinrichtung. Hierbei handelt es sich um einen Vorläufer der heutigen Atemschutzgeräte, der von außen durch einen Schlauch mit Blasebalg den Träger des Apparates mit Luft versorgte. Das ermöglichte nun das Vorgehen in verqualmten Gebäuden, wo der Feuerwehrmann sonst eine Rauchvergiftung erlitten hätte. 1911 war es dann auch so weit, daß die Laufer Feuerwehr endlich eine Pferdespritze ihr Eigen nennen konnte, nachdem eine „Lang`sche Druckspritze“ gebraucht von der Berufsfeuerwehr München angekauft worden war. Deshalb gab es nun auch eine Regelung für die Bereitstellung von Pferden im Brandfall, wozu die Pferdebesitzer jetzt verpflichtet waren.
Im Jahr 1912 mußte die freiwillige Feuerwehr einen schweren Verlust hinnehmen - das Ableben des Gründers und langjährigen Kommandanten, Albrecht Dreykorn. Heinrich Lehner hatte die schwere Aufgabe die Nachfolge des Verstorbenen anzutreten.
Da die Pflichtfeuerwehr wegen der Wasserleitung kaum mehr benötigt wurde, befreite man deren Mitglieder gegen eine Gebühr von den Übungen.

Einen erfreulicheren Anlaß brachte das Jahr 1913, wo anläßlich der 50jährigen Gründungsfeier der Feuerwehr der 14. Mittelfränkische Feuerwehrtag abgehalten wurde. Nach der Vorfeier am 12. Juli begann der Feuerwehrtag am nächsten Tag mit einer Sitzung der Kreisfeuerwehrversammlung im Gasthof „ Zum Weißen Roß“ um 9 Uhr. Um 11 Uhr stand eine Schauübung auf dem Programm. Zuerst wurde eine Hakenleiterübung am Schulhaus in der Nürnberger Straße abgehalten. Dann führte die gesamten Wehr eine Geräteübung am Marktplatz durch. Man nahm an, daß das Haus Marktplatz 54, die Restauration Wittmann, brenne. Von Süden her bestieg die 4. Kompanie den Giebel mit Hakenleitern, um die Bewohner des Hauses, die sich auf den Dachboden geflüchtet hatten, mit Hilfe des Rettungsschlauchs zu retten. Die übrigen drei Kompanien hatten den Auftrag von den anderen drei Seiten mit der Brandbekämpfung zu beginnen. Nach der Übung folgte eine Parade der Feuerwehr am Marktplatz und eine Feier im Kunigundenkeller. Zu diesem Festtag waren viele Feuerwehrkameraden aus ganz Mittelfranken zum gemütlichen Beisammensein und Erfahrungsaustausch angereist.Um die Alarmierung zu verbessern machte man erneut den Versuch der Errichtung einer Alarmleitung oder einer Weckerlinie in die Häuser der Wehrleute. Von der Familie Weigmann erhielt man 1000 Mark als Spende und wollte die restliche Summe durch eine Sammlung unter der Bevölkerung erzielen, die aber vom Stadtmagistrat verboten wurde. Man begründete die Notwendigkeit einer Weckerlinie mit der Einsparung der Nachtwache der Polizei. Aber auch dieser Versuch scheiterte.Ein statistischer Bericht des Landesfeuerwehrverbandes aus dem Jahr 1914 berichtet von vier Zügen, die aus jeweils vier Sektionen bestanden. Die Gesamtmitgliederzahl der Feuerwehr betrug 345 Mann zuzüglich 180 Pflichtfeuerwehrmännern. An Gerätschaften waren 2 Balanceleitern, 2 fahrbare Schubleitern, 8 Hakenleitern, 2 Steigergerätewagen, 2 Saug- und Druckspritzen, 3 Druckspritzen, 4 fahrbare Schlauchhaspeln, 1 Mannschaftswagen, 4 Unterflurhydrantenstandrohre und 1 Rauchapparat vorhanden. 
Vor dem Krieg hatte die FFW Lauf insgesamt 350 Mitglieder, von denen 137 zur Armee einberufen wurden. 30 Kameraden wurden leicht verwundet, 6 wurden schwer verwundet und 15 Kameraden der Wehr fielen meist auf den Schlachtfeldern im Westen. Nach dem Krieg bestand die Feuerwehr noch aus 300 Mitgliedern.

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